Satz aus sechs Modulen - Version I - III


Version I - Centro de Artes e Cultura de Ponte de Sôr, PT




Version II - Rahmen & Kunst, Berlin
Version III - draft





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Boese zeigt eine Arbeit mit dem Titel „Satz aus sechs Modulen“ die aus sechs Leinwänden mit gleicher Abmessung besteht, die in der spezifischen Anordnung eigens für die Ecke des Ausstellungsraums konzipiert wurde. Das vom Maler angedeutete Rapport wird unausweichlich im Auge des Betrachters vollendet und vermittelt ein Gefühl von Ordnung und Kohärenz. Der Betrachter nimmt zuerst das Muster über seine Netzhaut wahr um es im Geiste zu vervollständigen. Die Komplementarität zwischen Gemaltem und Wahrgenommenem ist eines der Merkmale von Boeses rhythmischer und modularen Arbeit, die tendenziell eine unvollständige Struktur aufweist und den Blick des Betrachters in bestimmte Richtungen lenkt. Anhand von kontrastierenden Farben und ausgewogenen geometrische Formen wird explizit gemacht, was implizit eingebettet ist. Dies ist eines der Prinzipien der psychologischen Theorie von Gestalt, die besagt, dass die Wahrnehmung durch die Netzhaut nicht die gleiche ist wie die des Gehirns und dass jeder dazu neigt, Formen unter einer einheitlichen und kohärenten Logik zu organisieren. Diese Tendenz zur Strukturierung ist die Basis für die Anerkennung von Konstellationen und auch eines der grundlegenden Elemente in Boeses Arbeit. Der Rhythmus des Rapports ist regelmäßig und befriedigt unser Ordnungsbedürfnis, bleibt jedoch offen und hinterfragt die vorher festgelegte Geometrie.(...)"

Text von Laura Sequeira Falé erschienen im Ausstellungskatalog "Boese, Brion, Tecedeiro", Centro de Artes e Cultura de Ponte de Sôr 2018